Perlenmuster: So arbeitet man mit Wordchart, Perlenlegende und Perlengrafik
Aktualisiert: 20. Apr.
Wer das Perlenweben für sich entdeckt hat, wird vermutlich früher oder später auch Perlenmuster umsetzen wollen. Diese enthalten in der Regel ein Bild des Musters, eine Perlengrafik, die Perlenlegende und ein Wordchart – unabhängig davon, ob du mit Brick Stitch, Peyote oder Loom arbeitest.

Hier erfährst du, wie die einzelnen Bestandteile aussehen und was es damit jeweils auf sich hat.
Bild des Perlenmusters
In jedem Perlenmuster ist in der Regel ein kompaktes Bild des Musters enthalten. An diesem kannst du dich bei deiner Perlenarbeit orientieren, ob bisher alles aussieht wie geplant oder ob sich irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat.
Auf dem folgenden Bild siehst du ein kleines Beispiel, wie das Ganze etwa aussieht. Die meisten Muster werden in der Realität natürlich etwas komplexer sein.

Ob das angefertigte Exemplar am Ende auch genau die Abmessungen hat wie auf dem Bild des Perlenmusters, hängt von vielen Faktoren ab wie die verwendete Perlenmarke und somit die Perlengröße, ob die Perlen rund oder zylindrisch sind, welche Fadenstärke du verwendest und wie fest du deine Perlen webst.
2. Die Perlengrafik – dein visueller Leitfaden des Perlenmusters
Die Perlengrafik (oft auch „Pattern“ oder „Chart“ genannt) ist eine genauere visuelle Darstellung des Designs als das Bild. Oft sind die einzelnen Perlen deutlich größer als farbiges Kästchen oder Kreis dargestellt, in dem sich jeweils ein Buchstabe oder eine Zahl befindet, die für eine bestimmte Perlenfarbe in der Perlenlegende festgelegt wird.
Während du beim Bild des Musters das Gesamtergebnis auf einen Blick sehen kannst, ist die Perlengrafik besser dafür geeignet, die exakte Anordnung der einzelnen Perlen im Muster zu erkennen.

Hier werden die einzelnen Kästchen oft als Quadrat dargestellt, was den realen Abmessungen von Rocailles nicht entspricht, aber die Sichtbarkeit verbessert. Daher erscheint das optische Ergebnis in der Perlengrafik etwas verzogen im Vergleich zum Bild des Musters und der späteren Realität.
3. Diese Funktion hat die Perlenlegende im Perlenmuster
Die Perlenlegende enthält die Übersetzung der Farben des Musters in konkrete Perlen, die du zum Anfertigen des Produkt benötigst. Du kannst diese auch immer gegen andere Farben oder auch andere Größen austauschen, wenn du ein anderes farbliches Ergebnis möchtest, deinen eigenen Perlenbestand nutzen willst oder dein Ziel ein kleineres oder größeres Ergebnis ist. Wichtig ist aber, dass du eine Rocailles-Marke verwendest, bei der die Perlen eine möglichst gleichmäßige Größe haben, da es das Muster sonst verzieht.
In der Perlenlegende werden üblicherweise die im Muster verwendeten Farben aufgelistet. Daneben wird jeweils das verwendete Symbol genannt (A, B, C...), die Menge der verwendeten Farben und die Hersteller-Nummern, mit denen du die entsprechenden Rocailles finden und kaufen kannst.
Häufig werden in Perlenmustern Miyuki Delica der Größe 11/0 verwendet, doch es gibt auch Muster, die mit Perlen der Marke Toho designt werden.
So sieht eine Perlenlegende aus:

4. Das Wordchart – die Bauanleitung eines Perlenmusters
Das Wordchart ist eine rein textbasierte Darstellung des Musters. Hier werden die Farben jeweils als das Symbol dargestellt (meist Buchstaben), das ihnen in der Perlenlegende zugeordnet wurde. Hier kannst du die einzelnen Reihen quasi hintereinander wegfädeln ohne die Anzahl der Perlen in der jeweils gleichen Farbe mühsam im Muster nachzählen zu müssen. Dies kann vor allem bei komplexen Mustern leichter zu verfolgen sein als in der Perlengrafik.

Wie man auf der Abbildung sieht, wird hier jeweils die Anzahl der gleichen Perlen hintereinander dem Symbol zugeordnet. Zahlen mit * oder bei anderer Software mit der Bezeichnung blank kennzeichnen Stellen, bei denen im Muster ein "Loch", also keine Perle ist. Dies kommt z.B. im Brick Stitch bei freien, nicht rechteckigen Formen häufig vor.
Aber auch wie in der Abbildung oben bei rechteckigen Formen zu Beginn jeder zweiten Zeile, da die Perlen versetzt aufeinander platziert werden und dieses Symbol jeweils die eingerückte Perlenreihe markiert. Im Loom gibt es diese Zeichen dagegen nicht, da die Reihen direkt aufeinander gewoben werden.
Wie verwendet man die Bestandteile eines Perlenmusters?
Meist ist es empfehlenswert, sich bei Perlenarbeiten die aktuell benötigten Seiten des Perlenmusters so nebeneinander zu platzieren, dass man überall kurz einen Blick darauf werfen kann. Je nach Webart und persönlichen Vorlieben kann es aber auch sein, dass man besonders gern mit einem bestimmten Teil arbeitet. Wer beispielsweise ein Peyote-Armband herstellt, wird sich vermutlich eher selten nur an der Perlengrafik orientieren, sondern meist mehr mit dem Wordchart arbeiten. Wer hingegen ein freies Brick Stitch-Muster mit vielen "Löchern" verfolgt, kommt wahrscheinlich ohne die Perlengrafik schwer zurecht.



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